28.04.08 Kloster war und ist Glücksfall für Mühlen (Quelle www.ov-online.de)
Mühlen - 100 Jahre Kloster Mühlen. Ein Grund zu feiern, fanden gestern nicht nur die Patres, sondern alle Mühler. Und so nahmen fast alle Bewohner am Jubiläum teil. Ob beim Festgottesdienst in der Klosterkirche, dem Empfang im Saal Krogmann oder auf dem Gelände der Franziskaner. Und das nicht ohne Grund. Denn das Kloster und die Franziskaner waren und sind für Mühlen ein Glücksfall. "Ohne die Franziskaner wäre Mühlen nicht das, was es jetzt ist", betonte Rudolf Timphus, der gestern die Festansprache zum Jubiläum hielt.
Timphus hatte in seiner Festansprache auch Überraschungen parat. So verblüffte er die Gäste beim Einstieg mit der Feststellung, dass für die Franziskaner "Mühlen das Heidekloster der Saxonia" gewesen sei. So hatte Pater Nikodemus in der "Vita Seraphica 1935" die Ordensniederlassung in Mühlen bezeichnet - und auch gleich eine Schilderung zur Landschaft und ihren Menschen mitgeliefert.
"Still und bescheiden und anspruchslos wie die Heidelandschaft mit ihren strohbedeckten Häusern und Hütten und ihren schlichten und zufriedenen Menschen ist Mühlen daran gewöhnt zurückzutreten und anderen den Vortritt zu lassen", zitierte Timphus Pater Nikodemus. Gleichwohl wissend, dass sich die Mühler trotz aller Stärke und Kraft auch heute noch als bescheidene Landsleute präsentieren. Und Pater Provinzial Meinrad, so Timphus weiter, habe 1934 von einem "herrlichen Verhältnis" und der "herzlichen Verbundenheit der Mühler zu den Franziskanern" und "den braven Katholiken" in Mühlen, "ihrer großmütigen Hilfe" und "rührenden Anhänglichkeit" gesprochen. "Was vor 100 Jahren Realität war, klingt heute für den einen oder anderen wie Ironie", so Timphus. Und lieferte den Beweis der Richtigkeit über die Zeitzeugin Josepha Wieferich (geboren am 26. Dezember 1889) und Konrad Meyer, die in ihren Kindheitserinnerungen unabhängig voneinander eben diese Heidelandschaft beschrieben hatten.
Dabei kam Josepha Wieferich rückblickend zu der Erkenntnis: "Die großen Heideflächen, durch die der Schulpatt führte, sind kultiviert, längst ist Mühlen ans Bahnnetz angeschlossen und hat neben dem Kloster eine stattliche Kirche, die stattlichste des ganzen Oldenburger Münsterlandes."
Im Vorfeld des Festtages hatten die Mühler einiges auf die Beine gestellt, um diesen Ehrentag gebührend zu begehen und zeigten mit den Abordnungen im Festsaal und draußen vor der Kirche die Verbundenheit mit ihren Franziskanern. In ihren Grußworten brachten auch die kirchlichen und weltlichen Würdenträger den Glücksgriff für den Ort aber auch das Engagement der Mühler Franziskaner in der seelsorgerischen Unterstützung der Nachbargemeinden und damit für die Region zum Ausdruck. Steinfelds Pfarrer Franz Ortmann als Vertreter der damaligen Mutterpfarrei wünschte sich das fruchtbare Wirken für weitere 100 Jahre.
Nachzulesen ist die Geschichte der Franziskaner in Mühlen ab sofort in einer 384-seitigen Chronik, die es zum Preis von 15 Euro beim Kloster, der Volksbank sowie den Geschäften Krogmann und Wegener gibt.
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11.04.08 Überraschungen rund ums Kloster Mühlen (Quelle ov-online.de Foto rt)
Patres feiern am 27. April zusammen mit Bevölkerung Jubiläum / Vor 100 Jahren glaubte Kohnen noch an Scherz
Mühlen (rt) 142 Kinder der St. Antoniusschule überraschten gestern die Mühler Patres, um ihnen mit Blick auf das 100-jährige Jubiläum der Franziskaner in Mühlen zu gratulieren. Vor hundert Jahren kehrte Bruder Quintilian Borren zuerst bei den Lehrern des Ortes ein, als der Franziskanerbruder auf der Suche nach einem geeigneten Platz für eine Ordensniederlassung im Oldenburger Land war. Lehrer Gerhard Kohnen war völlig überrascht und glaubte zunächst an einen Scherz. 100 Jahre danach wollten nun die Grundschüler des Ortes den Spieß umdrehen und die Franziskaner überraschen. Die Euphorie in Mühlen war unbeschreiblich, als damals der Entschluss der Franziskaner feststand: ,,In Mühlen wird gebaut!" Aber warum war für die Franziskaner Mühlen der auserlesene Ort? ,,Ganz einfach. Mühlen erfüllte die Vorgaben der Provinzleitung, aufgestellt im Januar 1908 vom Definitorium auf dem Provinzkapitel in Düsseldorf, in idealer Weise", so Rudi Timphus, Verfasser der Chronik ,,100 Jahre Franzikaner in Mühlen".
Die Franziskaner wollten ein so genanntes Standkloster errichten, von wo aus sie im Oldenburger Land ihre Missionen abhalten konnten. Dafür sollte der Platz in unmittelbarer Nähe zu einem Bahnhof liegen und die Möglichkeit der Seelsorge vor Ort sollte gegeben sein. ,,Eigentlich hatte Handorf schon das Rennen gemacht, doch der Vechtaer Offizial Bernhard Grobmeyer meinte: ,,Wenn ihr schon im Oldenburger Land ein Kloster und eine Kirche errichten wollt, dann kommt nur Mühlen in Frage." Welche Hindernisse dabei zu überwinden waren, darauf wird die Chronik eine Antwort geben.
Die Mühler selbst hatten die Franziskaner schnell in ihr Herz geschlossen; die Patres und Brüder hatten ihnen ein ganz neues Selbstwertgefühl gegeben. ,,Was Identifikation bedeutet und bringt, das wissen die Mühler seit 100 Jahren", so Timphus. Und so lagen die Grundschüler mit ihrer Aktion völlig richtig, als Schulleiterin Margarete Vatterott erklärte: ,,Wir wollen in erster Linie Dank sagen für die stets enge und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Schule und den Franziskanern. Daher wird jetzt jedes Kind symbolhaft für die Wertschätzung ihrer Arbeit in den 100 Jahren an die Franziskanerpatres eine Rose überreichen." 100 Rosen gab es für Guardian P. Gisbert Preuß, Pater Rudolf und Pfarrer P. Wolfgang für das Jubiläum. Und da Pater Wolfgang am Tag zuvor seinen 70. Geburtstag feiern konnte, erhielt er obendrein 70 Rosen von den Schülern und Lehrpersonen.
,,Es ist zugleich der Dank für den unermüdlichen Einsatz für die Kinder, für den einzelnen Menschen, den wir bei Pater Wolfgang auch immer wieder in unserer Schule spüren", so die Schulleiterin.
Die Auftaktveranstaltung zu den Feierlichkeiten ist am Sonntag (27.April). Um 9.30 Uhr beginnt der Festgottesdienst in der Klosterkirche, daran schließt sich von 11 Uhr an auf dem Saal Krogmann der Festakt mit den geladenen Gästen an. Gleichzeitig sind Aktionen im Klosterhof, beim Maximilian-Kolbe-Haus und Pfarrheim vorgesehen. Bilder gibt es auf der OV-Internetseite (Fotogalerie)