Im Jahre 2003 wurde die Kirche unter der Leitung von Architekt Ignaz Funke vollständig renoviert. Viele Risse im Gewölbe und an den Wänden erforderten aufwendige Arbeiten.
Der Besucher, der die Kirche betritt, ist ergriffen von der Helligkeit und der feierlichen Würde des Gotteshauses. Klar und geordnet führen die Pfeiler, Bögen, das Gewölbe, die grauen Bänke zum Altar und Tabernakel.
Die franziskanischen Heiligen vorn in der Stirnwand neben dem auferstandenen Christus, links der Hl. Franziskus, rechts der Hl. Kirchenpatron Bonaventura, erinnern daran, dass die Kirche von den Franziskanern gebaut und betreut wurde.
Das Eingangsportal (1), gestaltet von Dominikus Witte aus Osnabrück, erzählt in Farben, Formen und Schrift den Sonnengesang des Hl. Franziskus.
Die Glasfenster im Mittel- und in den Seitenschiffen aus den Jahren 1973/1974 spenden für das Gotteshaus Licht und Farben. Sie erinnern an den brennenden Dornbusch, das Zeichen für Gottes Gegenwart. Das tiefblaue Rundfenster in der Stirnwand (Buschulte) fasziniert durch das Farbspiel und lässt die Besucher fragen, welche Bedeutung wohl das „rote Loch“ hat.
Wenn wir durch die Kirche gehen, werden uns die großen, modernen Wandgemälde ins Auge fallen. Sie sind 1981 von dem baskischen Maler Xabier Egana geschaffen und „gehören zu den herausragenden Werken moderner Kunst im Landkreis Vechta“ (Dr. Ruth Dalinghaus). Der Künstler, der den Stil Picassos nachahmt, möchte den Kreuzweg Jesu und das Leiden der Menschen in unsere Zeit übersetzen.
Wenn wir hinten rechts zur Schmerzhaften Mutter gehen, stehen wir bei dem Kreuzigungsgemälde (2) mit dem Ereignis der Zerstörung Guernicas (1937) durch deutsche Flugzeuge. Kardinal von Galen als Zeuge des furchtlosen Widerstandes hält Wache unter dem Kreuz.
Im rechten Seitenschiff ist die Figur des Hl. Franziskus (3) in das Kreuzwegsgeschehen eingebunden: Franziskus empfängt beim Betrachten der Kreuzigung Jesu die Wundmale. Die Figur aus dem späten 18. Jahrhundert wurde der Gemeinde nach langer Irrfahrt (Auffindungsort war Berlin) geschenkt.
Die kostbarste Plastik der Kirche ist die in einem gläsernen Rosenschrein thronende Madonna mit dem Kind (4) aus dem 15. Jahrhundert, von einem unbekannten schlesischen Meister aus Lindenholz geschnitzt.
Nun haben wir den Blick frei für die beiden Wandbilder im Querhaus (5). Sie haben die beachtliche Größe 5,60 x 4,50 m und stellen den Kreuzweg Jesu in der Geschichte unserer Zeit (spanische Polizei, Inquisition, Maximilian Kolbe, der Junge mit der Blechtrommel…) dar. Die Bilder von Machtmissbrauch, politischer Gewalt, geschundener Natur machen den Betrachter nachdenklich.
Die Kreuzwegstationen, die vorne im linken Seitenschiff begonnen haben (Anfang des 19. Jahrhunderts), enden im rechten Seitenschiff vorne mit dem Mosaik des wiederkommenden Christus und dem Gemälde der neuen Gottesstadt, von der die vier Evangelisten (6) Zeugnis geben.
Der mächtige Altar von Johannes Niemeyer im Chorraum ist die Mitte der Kirche. Er steht in Verbindung zum Tabernakel, der von einem Messinggeflecht wie von einem Vorhang umfasst ist.
In den Wandnischen des Chorraumes sind nach dem Vorbild der Königsgalerien die zwölf Apostel (7) dargestellt.
Vorne im linken Seitenschiff erinnert das Gemälde (8) von der Taufe Jesu daran, dass hier einmal der Taufstein stand. Wenn ein Mensch getauft wird, öffnet sich der Himmel und mit Musik wird ein Fest gefeiert.
Der Hl. Josef (9) am linken Pfeiler trägt das Jesuskind. Die Figur stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Wenn wir im Seitenschiff zurückgehen, begegnen wir dem hl. Antonius (10) und kommen an dem neuen Beichtstuhl vorbei, der die kunstvollen Glasfenster im Portal aufnimmt.
Der Taufstein (11) wird umrahmt von alten Pflastersteinen der Kirche. Er steht im Eingangsbereich und erinnert daran, dass die Taufe das Eingangssakrament der Kirche ist.
Das letzte Gemälde hinten im Seitenschiff wurde um das vorhandene Holzkreuz gemalt. Es ahmt die Kreuzigung von M. Grünewald auf dem Isenheimer Altar in Colmar nach und weist mit der blauen Sträflingsuniform auf die Konzentrationslager unserer Zeit hin. Der Text der Hl. Schrift und das Gedicht von B. Brecht deuten das Kreuzgeheimnis.
Bevor der Besucher die Kirche verlässt, schaut er vor dem Ausgang auf die Figur des Hl. Christopherus (13), der Jesus trägt. Die Figur erinnert den Besucher: Trag Christus in die Welt hinein.
Was der Besucher in Bildern und im Gebet erfahren hat, soll er an die Welt weitergeben. Als Gesegneter möge er das Gotteshaus verlassen.
Die Kirche und die Pfarrgemeinde St. Bonaventura wird von den Franziskanern betreut. Zur Zeit wohnen drei Franziskaner im neu gebauten Haus hinter der Kirche. Die Gemeinschaft versieht regelmäßig Seelsorgsarbeiten in den umliegenden Gemeinden.
Am 27. April 2008 feiern die Franziskaner mit der Gemeinde St. Bonaventura und allen Gästen das 100-jährige Jubiläum ihres Klosters.
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